Reichspräsident-Ebert-Kaserne

Entwurfsvermessung, Straßenplanung, Leitungstrassenplanung, Wasserwirtschaft
SBI wurde im August 2001 mit der Erarbeitung eines Liegenschaftsbezogenen Abwasserkonzeptes (LAK) für die REK Reichspräsident-Ebert-Kaserne (Führungsakademie der Bundeswehr) beauftragt. Im Rahmen des LAK Teil A wurde das bestehende Kanalnetz erfasst und sowohl bautechnisch als auch hydraulisch bewertet. Dabei wurde festgestellt, dass sich das bestehende Entwässerungsnetz, insbesondere in Hinblick auf die Bautechnik, in einem unerwartet schlechten Zustand befindet. Die Erfassung und Verwaltung sämtlicher Stammdaten des Entwässerungsnetzes erfolgte in einer Kanaldatenbank. In Anlehnung an die Bundesbauverwaltung wurde als Kanaldatenbank "Kandata - BaSYS" der Firma Barthauer Software GmbH Braunschweig eingesetzt. Der Austausch von Datensätzen, insbesondere mit den Firmen für die TV-Inspektion, konnte über die systemneutralen ISYBau-Schnittstellen erfolgen. Somit war der Problematik der Inkompatibilität von Daten vorgebeugt.
Auf Grundlage der Ergebnisse des LAK Teil A wurde der Teil B des LAK erarbeitet, der einem Sanierungskonzept für die Entwässerungsanlagen der Liegenschaft entspricht. Es sollten Lösungsansätze aufgezeigt werden, um eine Entscheidungsgrundlage zur Erneuerung der Entwässerungsanlagen zur Verfügung zu stellen.
Ursprünglich erfolgte die Entwässerung der Liegenschaft im Mischverfahren. Sämtliches anfallendes Schmutz- und Regenwasser wurde über ein gemeinsames Entwässerungssystem gesammelt und in das Sielnetz der Hamburger Stadtentwässerung eingeleitet. Dies entspricht dem veralteten Leitbild der Siedlungswasserwirtschaft, sämtliche Abwässer möglichst schnell zur nächsten Behandlungsanlage leiten zu können. Die entwässerungstechnische Sanierung der Liegenschaft sollte unter dem Aspekt eines sinnvollen Umgangs mit dem anfallenden Oberflächenwasser erfolgen. Entsprechend dem Prinzip der Umweltvorsorge ist der Leitgedanke bei der Neuplanung bzw. Sanierung, die Abflüsse zu verringern, stark zu verzögern und wo irgend möglich, ganz zu vermeiden. Die zukünftige Entwässerung soll dementsprechend nach dem modifizierten Mischsystem erfolgen. Demnach soll nur Schmutzwasser sowie das behandlungsbedürftige Niederschlagswasser (Abflüsse der Fahrbahnflächen) der Kanalisation zugeführt werden. Zur Ableitung dieser Abwässer wird ein neues Mischwassernetz errichtet. Wenig verschmutztes Regenwasser (von Dach- und Freiflächen) soll möglichst nicht in die Kanalisation geleitet werden, sondern direkt wieder in den natürlichen Kreislauf gelangen.
Im Zuge der Umsetzung dieses Konzeptes werden folgende grundlegenden Instrumentarien zur dezentralen Oberflächenentwässerung berücksichtigt:
- Regenwasserversickerung in Mulden- und Rigolensystemen sowie in Versickerungsgräben- bzw. -becken,
- Zurückhaltung (Retention) von anfallendem Niederschlagswasser durch Schaffung von Rückhalteräumen sowie
- Entsiegelung von Flächen durch Rückbau von versiegelten Flächen und den Einsatz von wasserdurchlässigen Oberflächenbefestigungen
Nach Fertigstellung des Teils B des LAK wurde aufgrund des schlechten Zustandes des Entwässerungsnetzes kurzfristig ein 1. Bauabschnitt zur Sanierung der Abwasseranlagen definiert und baulich umgesetzt. Es wurden ca. 1.500 m Abwasserkanäle mit Nennweiten DN 200 bis DN 800 einschließlich ca. 1.000 m Liegenschaftsstraßen geplant und hergestellt.
Ein 2. Bauabschnitt ist derzeit in Vorbereitung. |